Der letzte Eintrag ist schon eine Weile her und das obwohl ich eigentlich schon lange hatte einen schreiben wollen. Hauptsächlich über die Schule und das Wohnheim. Doch wie so oft im Leben kommt es immer anders als erwartet.
Wer den Blog verfolgt weiß, dass ich gerade erst davon berichtet habe, dass Papa nun auf der HU Liste ist.
Am Dienstag vor 2 Wochen kam dann der Anruf von Mama. Ich war gerade erst im Wohnheim angekommen und nicht in der Mensa, weil ich mich mit Kopfschmerzen hinlegen wollte.
Sie haben einen Spender für Papa.
So schnell habe ich wohl noch nie meinen Koffer gepackt. Keine Stunde später war ich schon am Bahnhof in Kehl und kurz darauf in Freiburg.
Es war ein komisches Gefühl. Hauptsächlich wahnsinnige Angst, aber allen denen ich erzählen musste was passiert ist - meiner Zimmermitbewohnerin, der Frau vom Wohnheim, usw - haben sich total gefreut und mich daran erinnert, dass es was Gutes ist. Ein neues Herz bekommt nicht jeder der es braucht.
In Freiburg angekommen hätte ich sogar noch Zeit gehabt zu Papa in die Klinik zu fahren. Auf Seiten des Spenders hat sich die ganze Sache verspätet, möglicherweise wollten sich die Angehörigen noch verabschieden. Allerdings war ich so erkältet, dass es wohl klüger war nicht hinzufahren. Meine Viren wären da nicht besonders gut gewesen.
Aber Mama und mein Bruder waren ja da und haben Papa aufgeheitert und daran erinnert was für Aufgaben er noch zu erledigen habe, die Op musste also gut gehen.
Die Op ging bis spät in die Nacht. 8-10 Stunden dauert so etwas im Schnitt.
Am nächsten Tag kam dann die Nachricht die all unsere Freude und unsere Zuversichtlichkeit zerstört hat. Es hat Komplikationen gegeben, die eine Herzhälfte schlägt nicht. Zum zweiten Mal in diesem Jahr musste ich hören, dass die Ärzte uns keine Hoffnung machen können.
Ich denke, das sagt alles und genauer möchte ich es eigentlich auch nicht ausführen.
Dann war er weiterhin an die Herz-Kreislauf-Maschine angeschlossen und wurde künstlich beatmet. Ganz langsam, Schritt für Schritt, wurde es besser. Erst konnten sie die Maschine abschalten und das Herz hat von alleine geschlagen. Dann konnten sie ihn zunähen und mittlerweile atmet er auch alleine und ist nach langer Zeit in der Narkose wieder wach.
Natürlich ist nicht einfach so alles überstanden und er ist wieder gesund, aber die Ärzte sind zufrieden und wir freuen uns über jeden Fortschritt.
Er hat Hunger und isst gut, er spricht mit uns und er kann auch wieder motzen.
Die ersten Tage nach der Narkose waren schwierig, aber langsam sind die Medikamente abgebaut und er ist wieder klarer im Kopf. Keine Angstzustände mehr, dafür aber immer noch ab und an ein paar äußerst kuriose Aussagen. Die sollten wir eigentlich wirklich aufschreiben.
Angefangen von diversen Schmiergeldern mit denen wir das Krankenhaus bestechen sollen, damit er wieder nach Hause kann bis hin zu der Tatsache, dass er jetzt - ah, nein, das ist streng geheim. Nicht, dass die Spezialeinheit noch davon erfährt, dass wir so etwas ausplaudern!
Ihr seht, wir haben unseren Humor nicht verloren.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass unsere Gebete erhört werden und alles weiter gut verläuft, damit er bald wieder fit ist und wir nicht mehr in ständiger Angst leben müssen.
Danke an Alle die an uns denken, uns geholfen oder Hilfe angeboten haben und an Alle von denen wir wissen, dass sie immer da sind, auch wenn sie es nicht extra erwähnt haben.
Der nächste Blogeintrag beinhaltet dann Schul- und Wohnehimgeschichten einschließlich meiner wunderbaren Arbeiten für unsere erste Projektarbeit! Freut euch auf ein süßes Bienchen und einen "besonderen Snack"!
(Und erinnert mich daran sollte ich den Blog wieder einmal vergessen...)
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